Sansui Eight

Herzlich Willkommen zu diesem Blog. Um Vintage Hifi Geräte soll es hier gehen, und um alle möglichen Dinge drumrum, Bilder, Gedanken, Geschichten. Warum der Name? Es ist Geraffel, um das es hier geht, alter Kram, Gerümpel, nutzloses Zeug, das die meisten Leute auf den Müll schmeißen, wenn es ihnen etwa bei einer Haushaltsauflösung unter die Finger kommt. Das bleibt es in einer gewissen Weise auch, wenn es liebevoll wieder aufgearbeitet worden ist, und in einer Sammlung landet: Wer braucht schon zehn Verstärker? Ein dutzend Receiver? Eigentlich niemand. Trotzdem üben die Geräte, um die es hier gehen soll, eine Anziehungskraft auf mich aus, der ich nicht widerstehen kann. Dieser Blog soll von dem Versuch handeln, ihr auf die Spur zu kommen. Durch Fotos, wobei ich leider ein schlechter Fotograf bin (ich hoffe, besser zu werden im Laufe der Zeit) und durch kleine Texte. Es wird um Geräte gehen, die ich bemerkenswert finde. Und um Dinge, die mir einfallen. 

Ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich anfangen soll. Um es mir nun einfach zu machen: Es soll der Sansui Eight sein, schlicht und einfach das Gerät, mit dem ich gerade Musik höre. 

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Tatsächlich war Sansui aber keine Firma, die in den Achtzigern, als ich mich das erste Mal für Hifi interessierte, damals noch als Schüler, der viele Nachmittage in Hifi-Geschäften verbrachte, einen bleibenden Eindruck hinterlassen hätte. Anders als Onkyo, Pioneer, Denon, Kenwood, Braun, Dual oder Nakamichi. Sansui muss ich damals übersehen haben. Dabei gab es auch Mitte der Achtziger noch gute Geräte und sie standen bestimmt auch noch in den Regalen. Ich erinnere mich allerdings nicht. 

Über die Firmengeschichte von Sansui weiß ich nicht mehr, als man hier oder hier nachlesen kann. 

Der Eight begegnete mir das erste Mal, als ich diesen Text las, ein Forumseintrag von Armin Kahn, dessen Firma Good Old Hifi alte Hifi-Geräte repariert und einen sehr guten Ruf hat. Unter seinem Namen Armin777 schrieb er eine Weile lang über die Geräte, der er in der Werkstatt hatte: Tatsächlich ist mein Eight auch von ihm überholt worden. Ich habe ihn in Frankreich gekauft, wo er nicht ganz so teuer war, wie mittlerweile in Deutschland – wozu wahrscheinlich der tolle Text von Armin Kahn auch einiges beigetragen hat, verfasst mit der vollen Überzeugungskraft desjenigen, der auf der Ebene des technischen Aufbaus begründen kann, warum dies ein besonderes Gerät ist. Und der damals schon dabei war, als der Sansui Eight auf den Markt kam – und der seinen damaligen Irrtum nun revidieren kann, dieser Receiver sei langweilig. Wenig liest doch man lieber als Sätze von klugen Männern, die Irrtümer korrigieren. 

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Ich habe von Technik keine Ahnung. Ich kann nicht löten und ich bin froh, wenn ich die Lautsprecherkabel richtig hineinstecke. Dass ein Radio oder ein Plattenspieler überhaupt funktioniert, ist für mich immer wieder ein großes Wunder. Auch über seinen Klang kann ich nicht viel sagen: Ich habe keinen Umschalter, kann ihn also nicht mit anderen Receivern vergleichen, und selbst das kann ja trügerisch sein, der Klang hängt doch immer auch davon ab, mit welchen Lautsprechern man hört. Was ich am Sansui Eight bemerkenswert finde, ist viel banaler: seine zurückhaltende Eleganz. Dieses Gerät ist so was wie die wirkliches Gerät gewordene platonische Idee eines Receivers. Jeder Knopf sitzt da, wo er hingehört. Er fasst sich intuitiv an. Und er ist recht klein, zumindest im Verhältnis zu den anderen Geräten, die ich habe. 

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In den einschlägigen Foren wird sich ja immer wieder daran erfreut, wie gut die Verarbeitung sei. Das wird schon stimmen, zumindest im Geräteinnern. Draußen hat der Eight seine Plastikknöpfe, die alles andere als für die Ewigkeit gemacht sind. Zumal die Plättchen mit der Zeit abgehen, zumindest fehlten bei meinem Gerät ein paar, erst die Restauration hat sie wieder vervollständigt. Ich mag das allerdings, zum einen habe ich nichts gegen Plastik, zum anderen sind mir Geräte, die zu offensiv auf Wertigkeit hin gebaut sind, auch suspekt. Einer der Gründe, sich mit einem über 40 Jahre alten Receiver zu beschäftigen, finde ich, ist doch dieser überaus attraktive Widerspruch: Natürlich ist er nicht für die Ewigkeit gebaut worden. Trotzdem funktioniert er noch, und nun, wo er restauriert worden ist, vielleicht doch eine Ewigkeit. Das möchte ich dann auch sehen. Deshalb gefallen mir die Knöpfe. Der einzige Konstruktionsfehler, und ich finde es erstaunlich, dass das damals bei Sansui niemandem auffiel: Wenn man von den Phono-Eingängen zum Aux-Eingang schaltet, klickt man an den Einstellungen für’s Radio vorbei. Dann geht es kurz an und wieder aus. Und das Display schaltet sich kurz ein und wieder aus (wenn kein Radio läuft, ist es dunkel, auch Teil dieses eleganten No-Schnick-Schnack-Konzept des Eight). 

Ein bisschen kontra-intuitiv, einen Blog ausgerechnet mit einem Gerät zu beginnen, das für viele Sammler auch das Gerät wäre, das sie behalten würden, wenn sie alle anderen abgeben müssten. Den Receiver neben dem man keinen anderen mehr braucht. Aber geschenkt: um das, was man wirklich braucht, soll es hier auch nicht gehen. 

Die technischen Daten finden sich hier

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8 Gedanken zu “Sansui Eight

  1. Wenn die Fotos so werden wie die bereits hier eingestellten geht das völlig in Ordnung. Also bittte in Zukunft das ein oder andere Bild zur optischen Unterstützung.
    Gruß
    Markus

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